Alt+Jung, Alt, Jung, Hilfe Foto: D. Ende / DRK e.V.
Unsere GeschichteUnsere Geschichte

Sie befinden sich hier:

  1. Unser Ortsverein
  2. Geschichte
  3. Unsere Geschichte

Unsere Geschichte

Ansprechpartner

Michael Moskopp
Vorsitzender

Tel: 06825 923 63 75
MoskoppM[at]ov-illingen.drk.de

Schulstr. 4
66557 Illingen

Am 28. Mai 1911 versammelten sich 25 Bürger der Gemeinde Illingen-Gennweiler im Nebenzimmer des „Gasthaus Riotte“, um auf freiwilliger Basis eine Sanitätskolonne ins Leben zu rufen. Dieser Tag gilt als Geburtsstunde des heutigen DRK-Ortsvereins. In der folgen­den Zeit genoss die Kolonne eine ausgezeichnete Ausbildung und war bestens ausgerüstet, allerdings wurde ihre Arbeit durch den Aus­bruch des 1. Weltkrieges erheblich geschwächt. Über die Hälfte der Mitglieder erhielt eine Einberufung zum Kriegsdienst an der Front. 

Erst sechs Jahre nach dem Ende des Krieges begann im Jahr 1924, angeregt unter aktiver Mitarbeit des damaligen Bürgermeisters Johann Doppler, der Neuaufbau der Sanitätskolonne. Geräte und Uniformen, welche während des Krieges abgeliefert wurden, mussten zunächst neu beschafft und die Einsatzfähigkeit wieder hergestellt werden. Die Unterrichtsstunden im „Gasthaus Wirtz“ erfreuten sich zunehmender Beliebtheit, was sich in stetig wachsenden Mitglieder­zahlen ausdrückte. So wurde 1926 das 15-jährige Bestehen mit einer Großübung beim Gaswerk Illingen und einem anschließenden Sanitätsfest auf dem Festplatz (Gartenanlage von Karl Fourmann) aus­gelassen gefeiert.

Neben vielen Einsätzen bei Unfällen, sportlichen Veranstaltungen oder gemeinsamen Übungen mit der Feuerwehr, erlebte die Sanitätskolonne am 25. Oktober 1930 ihren ersten realen Großeinsatz beim Grubenunglück in Maybach, bei dem 300 Bergleute den Tod fanden. Unter den acht Verunglückten aus der Gemeinde Illingen befand sich auch der Mitbegründer der Sanitätskolonne Heinrich Johänntgen.

Lediglich drei Jahre später wurden die Helfer erneut zu einem Großein­satz gerufen. Am 10. Februar 1933 explodierte auf dem Gelände des Neunkircher Eisenwerks der Gasometer. Auch noch Stunden nach der Explosion, welche verheerende Schäden anrichtete, kümmerten sich die Mitglieder der Kolonne um die 190 Verletzten und halfen bei der Bergung von letztlich 64 Todesopfern.

Ihren letzten größeren Einsatz vor dem 2. Weltkrieg hatten die Helfer der Sanitätskolonne am 13. Januar 1935 beim Tag der Saarabstim­mung. Gemeinsam mit den Samariterinnen des „Vaterländischen Frauenvereins“ richteten sie in den Hauptabstimmungslokalen beziehungsweise in deren unmittelbarer Nähe sieben Sanitätswachen ein. Die einzelnen Standorte im Schulhaus Hosterhof, dem Bürger­meisteramt, dem Pfarrheim, dem Bahnhof, im „Gasthaus Hoffman“ und im „Gasthaus Martin“ sowie in der Schule „Auf der Lehn“ wurden organisiert und geleitet vom Sanitätsrat Dr. Büsch, der bei seiner Ar­beit Unterstützung durch den Kolonnenführer Kraß erhielt.

Der Beginn des 2. Weltkriegs versetzte dem aktiven Vereinsleben erneut einen schweren Schlag und war ein bedeutender Einschnitt für den Ortsverein. Viele der aktiven Helfer wurden zum Kriegsdienst eingezogen und sieben Vereinsmitglieder kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Die Zuhausegebliebenen bemühten sich, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. In den ersten Jahren des Krieges ge­lang dies noch, aber gegen Kriegsende waren kaum noch Aktivitäten auszumachen und der Ortsverein stand wie bereits 20 Jahre zu­vor wieder am An­fang.

Im Jahre 1947 bemühte sich der damalige Verwaltungsvorsteher Hugo Brück erfolgreich um den Wiederaufbau der Sanitätskolonne. Begünstigt wurden diese Bemühungen durch weitere Bestrebungen auf Landesebene, welche am 12. Dezember 1947 zur Konstituierung des Saarländischen Roten Kreuzes im Rathaus Saarbrücken führten.

Bereits 1950 versuchte man auf lokaler Ebene eine, in gewisser Hin­sicht selbstständige, Jugendgruppe zu gründen, was jedoch noch einige Jahre dauern sollte. Dafür konnte ein Dauerthema, die Ein­richtung einer Kranzspendenkasse, in diesem Jahr realisiert werden.

Das Vereinsleben nahm in den folgenden Jahren wieder Gestalt an und so beging man 1951 das 40-jährige Vereinsjubiläum, in dessen Rahmen mehrere Gründungsmitglieder mit der Treue-Urkunde des Kreisverbands Ottweiler sowie einer Silberuhr mit Widmung der Ge­meinde geehrt wurden. Zum Familienabend am 18. Januar 1953 er­hielt der Ortsverein dann auch endlich eine eigene Rotkreuz-Fahne. Im gleichen Jahr wurden zur Belebung des Vereins Pflichtstunden eingeführt, was sich als Erfolgsrezept rausstellen sollte.

Mit der Einrichtung einer Krankentransportstelle, einem Vorläufer der heutigen Rettungswache in Illingen, konnte 1955 ein weiterer Meilen­stein in der Vereinsgeschichte realisiert werden. Die Verwaltung wur­de dabei dem DRK-Ortsverein übertragen.

Auch über den lokalen Bereich hinaus engagierten sich die Mitglieder des Ortsvereins im Geiste Henry Dunants. Hilde Senzig, Lotte Groß und Helga Neuschwander brachen beispielsweise 1956 zum Einsatz in Österreich auf, wo sie sich um die Betreuung ungarischer Flüchtlinge kümmerten. Auch bei der „Heilig Rock-Wallfahrt“ 1959 in Trier waren zehn aktive Helferinnen und Helfer aus Illingen im Einsatz. Darüber hinaus wurde der ehemalige Vorsitzende Karl Preiß 1957 als Anerkennung seines Einsatzes für die Ideale des Roten Kreuzes zum Ehrenmitglied des Saarländischen Landesverbands ernannt. Ein Jahr später erhielt der Bereitschaftsarzt Dr. Fritz Dettmar für sein En­gagement gar das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes.

Im Jahr 1960 sollte der Ortsverein eine räumliche Veränderung er­fahren. Nach Kündigung des Sanitätsraumes im Pfarrheim durch die Kirchengemeinde wurde durch die Zivilgemeinde ein leerstehender Schulsaal in der alten Schule an der Kirche zur Verfügung gestellt.

Das neue Quartier in der alten Schule an der Kirche konnte, auch dank der Spende von Stühlen und Tischen durch die Gastwirtschaften „Kuhner“ und „Schäfer“, schnell bezogen und die Vereinsaktivitäten wieder aufgenommen werden. Dies war auch wichtig, denn bereits das kommende Jahr sollte für den Ortsverein ein ereignisreiches werden.

So gab es 1961 gleich mehrere Anlässe zum Feiern. Neben dem 50-jährigen Vereinsbestehen konnte auch  ein Krankentransportwagen in Dienst gestellt werden, der von dem Vereinsmitglied Rudolf Schenk besetzt wurde. Darüber hinaus wurde mit der Gründung des Jugendrotkreuzes ein lange verfolgtes Ziel erreicht. Aus einer Nieder­schrift vom 7. Januar 1961 geht hervor, dass der Helfer Blaumeiser und seine Ehefrau Irmgard zu Sachbearbeitern der neuen Jugendorganisation gewählt wurden, die bis heute für viele aktive Helferinnen und Helfer den ersten Schritt ins DRK darstellt.

Neun Jahre später, am 24. Juli 1970, fand in der Gemeinde Illingen die erste Blutspende statt. Der Beginn einer Reihe von Terminen, die sich bis heute erfolgreich in den Aktivitäten des Vereins etabliert haben.

Im Jahr 1976 war dann für den Ortsverein die Schulzeit an der Kirche vorbei. Im Rahmen eines Schulwechsels bezog man die heutige Un­terkunft im Schulgebäude „Auf der Lehn“. In diesem Jahr wurde auch das erste eigene Einsatzfahrzeug in Dienst gestellt. Die Legende besagt, dass der alte Hanomag der Bereitschaftspolizei damals für einen Kasten Bier den Besitzer wech­selte. Ihm sollten bis zum heutigen Tag noch weitere Fahrzeuge fol­gen.

Auch der zweite Umzug des Ortsvereins verlief ohne größere Probleme. Das neue Quartier und ein vereinseigenes Einsatz­fahrzeug können als Symbole dafür angesehen werden, dass die Auf­bau- und Konsolidierungsphase des Vereins nach dem 2. Weltkrieg erfolgreich abgeschlossen war. In den folgenden Jahren konnte man sich nun darauf konzentrieren, das Vereinsleben und die Strukturen weiter auszubauen. Die Ausstellung im Burgviereck beim Steffes­fest, ein Vorläufer der „Illinger Rotkreuz-Tage“ sowie das erstmals durchgeführte JRK-Zeltlager in Losheim am See zeugen von diesen Bemühungen.

Im Jahr 1980 konnte dann auch noch ein ehemaliger Paketwagen der Deutschen Bundespost übernommen werden, der größtenteils in Eigenleistung für die Belange des DRK umgebaut wurde. Nach der Ausstattung mit einer Funkanlage, Tragegestell, Sauerstoffgerät und Katastrophenschutzmaterial, fand am 17. Oktober 1980 im Rahmen einer Feierlichkeit im Pfarrheim die Indienststellung und Segnung durch Pastor Karl Josef Wendling statt. Erstmals wurden in diesem Rahmen auch 12 Mitglieder des JRK in den aktiven Dienst aufgenommen.

Es gab also einigen Grund zum Feiern und so fanden anlässlich des 70-jährigen Vereinsjubiläums am 8. und 9. August 1981 erstmalig die „Illinger Rotkreuz-Tage“ statt. Neben zahlreichen Einsätzen, unter anderem im Erdbebengebiet in Italien und bei Großbränden in der Gemeinde, arbeiteten die Vereinsmitglieder auch am Ausbau des Be­treuungsangebots für die Bevölkerung. Beispielsweise wurde noch im gleichen Jahr eine Betreuungsstelle im Rahmen des staatlichen Katastrophenschutzes eingerichtet, welche neben einem „Zugtrupp“ auch eine Gruppe „Soziale Betreuung“, eine Gruppe „Verpflegung“ sowie eine Gruppe „Unterkunft“ umfasste. Im darauffolgenden Jahr erfolgte dann die Einrichtung einer Kleiderkammer für Hilfsbedürftige in der Schule in Welschbach.

Am 15. Januar 1983 konnte durch die Bereitschaft vieler DRK-Helfer, auch bei der Rettungswache Illingen ehrenamtlich Dienste zu ver­richten, die Verschlechterung des Rettungswesens im Raum Illingen, bedingt durch die Aufgabe der 24-Stunden-Bereitschaft, wieder be­seitigt werden. Im gleichen Jahr wurden die Räumlichkeiten des Ortsvereins durch eine in Eigenleistung erbaute Fahrzeuggarage mit Geräteraum erweitert und somit dem gestiegenen Platzbedarf Rech­nung getragen.

Dieser sollte allerdings bereits bald erneut an seine Grenzen stoßen, als zunächst 1987 durch die Zuteilung eines 4-Tragekrankenwagens des Katastrophenschutzes und dann im Jahr 1989 durch die Anschaf­fung eines eigenen Rettungswagens die Fahrzeugflotte des Vereins erneut ausgebaut wurde.

Als am 10. November 1989 in der Turnhalle am “Schulzen­trum Schwarzer Weg” ein Übergangslager zur Betreuung von Übersiedlern aus den neuen Bundesländern eingerich­tet wurde, begann für den Ortsverein der sicher arbeitsintensivste Einsatz der Vereinsgeschichte. Bis zur Beschädigung der Halle durch den Wiebke-Sturm und die Auflösung des Lagers am 1. März 1990 erbrachten die Helfer des DRK insgesamt mehr als 14.000 Einsatzstunden. Die später im Jahr stattfindenden Feierlichkeiten zum 80-jährigen Jubiläum des Ortsvereins und des 30-jährigen Bestehens des JRK hatten sich die Mitglieder daher redlich verdient.

Im Jahr 1993 trat das DRK Illingen der in Dienst gestellten Schnelleinsatzgruppe (SEG) im Landkreis Neunkirchen bei.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Vereinsgeschichte war der 1996 durchge­führte Aktionstag „Hilfe für Helfende“. In Zusammenarbeit mit dem “Verkehrs- und Verschönerungsverein” und der Unter­stützung durch Illinger Firmen konnte hier eine Tombola organisiert werden, deren Erlös die Anschaffung eines neuen EKG-Gerätes mit Defibrilator für den Rettungswagen ermögli­chte. Mit dieser Aufrüstung bot der RTW ab jetzt nicht nur höchste Sicherheitsstandards bei den betreuten Veranstaltungen in der Ge­meinde, sondern erfüllte auch die Voraussetzung, um bei ADAC Ral­lyes und anderen Motorsportveranstaltungen eingesetzt zu werden.

Das Ende des letzten Jahrtausends war für den Ortsverein dann nochmals vor allem durch räumliche Veränderungen geprägt. Der Schulungs- und Gruppenraum bedurfte einer grundlegenden Renovierung. Durch den Einsatz der Mitglieder konnte diese Maßnahme pünktlich zum Milleniumswechsel abgeschlossen werden. Ob es an dem gelungenen Endergebnis oder eher an der ausgelösten Alarm­bereitschaft im Rahmen des Katastrophenschutzes lag, sei jetzt mal dahingestellt, jedenfalls verbrachte ein Großteil der aktiven Helferin­nen und Helfer den Start ins neue Jahrtausend im frisch renovierten Vereinsheim. Und da der befürchtete Katastrophenfall bekannter­maßen ausblieb, startete der Ortsverein ruhig und in fröhlicher Ge­meinsamkeit ins neue Jahrtausend.

Auch das neue Jahrtausend begann für die DRK-Mitglieder aus Illingen mit einem Grund zur Freude. Anlässlich des Familienabends im Jahr 2000 konnte mit Anton Bick erstmals ein Helfer für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt werden. Außerdem wurde im Laufe des Jahres die in die Jahre gekommene Dienstbekleidung durch neuere, qualitativ hochwertigere Hosen und Jacken ersetzt. Und Bedarf für die neue Dienstkleidung gab es zur Genüge.

Die Nachfrage nach Sanitätsdiensten für Veranstaltungen auf lokaler als auch überregionaler Ebene nahm ständig zu. Um diesem Bedarf gerecht werden zu können, wurde 2001, dem Jahr des 90-jährigen Vereinsjubiläums, ein zweiter Rettungswagen in Dienst gestellt. Aber neben den Sanitätsdiensten waren die Helfer auch zu Beginn des neuen Jahrtausends bei weiteren Aktionen im Einsatz. Beispiels­weise unterstützte der Ortsverein die Initiative „Aktion Vera“ bei der Durchführung einer Stammzellenspendertypisierung in der Gemeinde Illingen, bei der sich auch zahlreiche Mitglieder typisieren ließen.

Aber auch weitere Großeinsätze ließen nicht lange auf sich warten. Als die „Tour de France“ im Jahr 2002 durch die Gemeinde Illingen rollte, war der Ortsverein mit allen seinen Aktiven im Einsatz, um gemeinsam mit den anderen DRK-Ortsvereinen in der Gemeinde den Sanitätsdienst entlang der Strecke sicherzustellen. Ein weiteres Großereignis war der Einsatz von Illinger Helfern im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006. An insgesamt fünf Spieltagen war der Verein mit Fahrzeugen und Personal am Spielort Kaiserslautern vor Ort.

Um auch solche Einsätze problemlos leisten zu können, wurde im Jahr 2006 ein Mannschaftstransportwagen angeschafft und so um­gebaut, dass er künftig auch als mobile Einsatzzentrale bei Großer­eignissen dienen konnte.

Das Jahr 2007 war für den Verein dann ein Jahr mit Licht und Schat­ten. So konnte freudigerweise mit Unterstützung von Helfern des Ortsvereins der Schulsanitätsdienst an der Realschule Illingen an den Start gehen. Gleichzeitig stand man jedoch auch wieder vor einem Raumproblem, da die Räumlichkeiten im Schulgebäude „Auf der Lehn“ im Zuge des Umbaus zur Ganztagsschule für längere Zeit nicht mehr zur Verfügung standen. Der Ortsverein musste also ins Exil. Glücklicherweise verliefen die Umbau­maßnahmen recht zügig, so dass bereits im darauffolgenden Jahr die neuen Räumlichkeiten eingeweiht werden konnten. 

Heute blickt der Ortsverein auf eine turbulente, aber sehr erfolgreiche 100-jährige Entwicklung zurück. Durch sein aktives Vereinsleben und das Engagement seiner Mitglieder für ihre Mitmenschen und die Ide­ale des Roten Kreuzes, ist das DRK Illingen heute häufig auf Veran­staltungen, auch über die Region hinaus, im Einsatz.

Gut ausgerüstet, doch leider mit immer weniger engagierten Mitglied­ern, sowohl im aktiven Zug als auch im Nachwuchsbereich des JRK, kann der DRK-Ortsverein Illingen nicht sorglos in die Zukunft und auf die kommenden 100 Jahre blicken.